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Streichung der Bewerbe für Tetras bei Paralympics

Ich glaube, dass die Verbände im Behindertensport gute Arbeit für die Entwicklung des Sports leisten und die Funktionäre viel Einsatz und Wissen einbringen. Aber es gibt einige Themen, die für Sportler schwer zu verstehen sind. Themen wie Regeländerungen am Tag vor der Weltmeisterschaft (Aigle 2006 und Bordeaux 2007), die Division C mit knieenden und liegenden Fahrern oder das Streichen des 10.000m Bewerbes in der Leichtathletik für Männer T54 (25 Fahrer in Athen). Ich gebe hiermit einen Überblick über meinen email-Verkehr mit dem IPC betreffend die Streichung von Bewerben für Tetras.

Wenn man sich das Programm der letzten Paralympics ansieht, so erkennt man, dass nach und nach immer mehr Bewerbe der Sportler mit einer schweren Behinderung aus dem Programm gestrichen wurden. Dies betrifft vor allem die Tetras, wo in der Leichtathletik die Bewerbe drastisch gekürzt wurden. T51 wurde schon völlig gestrichen, auch die Bewerbe der T52 wurden für Peking gekürzt. Beim Handbiken gab es nie eine der T51 vergleichbare Klasse (A1 im EHC), für A2 gibt es in Peking nur noch einen Bewerb, nämlich das Zeitfahren.

Im Verlauf des letzten Jahres habe ich mehrfach emails geschrieben (das erste am 17. April 2007) an Funktionäre des internationalen paralympischen Komitees: an den Vorsitzenden des IPC Sir Philip Craven, an den Vorsitzenden von Paracycling Louis Barbeau und an den Sportsdirektor von IPC, an David Grevemberg.

Sir Philip Craven teilte mir mit, dass er die Angelegenheit an David Grevemberg übergebe. Eine eigene Meinung äusserte er nicht.

Louis Barbeau diskutierte die Angelegenheit in mehreren emails. Er ist der Meinung, es sei die Verantwortung der einzelnen Nationen, mehr Sportler zu entsenden. Bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2007 waren jeweils nur sechs Fahrer am Start, daher sollten die Sportler der Division A froh sein, in Peking zumindest einen Bewerb zu haben. Es sei nicht in der Verantwortung von IPC oder UCI, die Bewerbe der Division A zu fördern.

David Grevemberg führte an, dass die Bewerbe für Sportler mit schwerem Handicap von 10 in Athen auf 12 in Peking erhöht werden. Allerdings zählt er auch die Bewerbe der Frauen Division A dazu, die in einer offenen Klasse ohne Handicapsystem gegen Paras fahren und damit natürlich überhaupt keine Chance haben. Er schickte mir auch eine Liste mit den Klassen, die gefördert werden sollen. Dazu zählen auch die Tetraklassen, die aber dezimiert anstatt gefördert wurden.

Beide teilten mir mit, dass es ein schwieriger Prozess war, dass aktuelle Programm aufzustellen, die Unterlagen dazu liegen bei den nationalen Verbänden auf.

Nun kann man natürlich argumentieren, dass die Zahl der Starter in den Tetraklassen kleiner ist als bei den Paras. Allerdings stelle ich dann die Frage, warum macht man in Peking für Division A nur ein Einzelzeitfahren und kein Strassenrennen, obwohl die Fahrer dort sind fürs Zeitfahren und die Strecke da ist für die Strassenrennen der anderen Klassen?

Der Inhalt von zwei emails ist nachfolgend zu finden.

Flyer über Sport für Athleten mit schwerer Behinderung

17. April : erstes email

14. Jan. : letztes email

 

 





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